30 Jahre AH-Handball in Griesheim

Seit 30 Jahren gibt es die Gemeinschaft der Alten Herren bei den Handballern des Turn und Sportverein Griesheim. Im Jahr 1987, als es noch D-Mark und DDR gab, trafen sich einige ehemalige Handballer, um eine Altherrenmannschaft zu gründen, wie es seit langer Zeit Tradition beim TuS Griesheim ist. Der Zulauf war enorm, die Gruppe wuchs auf 25 Mitglieder. Die Trainingsabende fanden in der Großsporthalle, der Kirschberghalle und später in der Horst-Schmitt-Halle statt. Die Alt-Handballer spielten überwiegend Fußball und körperbetonten Basketball, wobei es richtig zur Sache ging. Anfangs gab es immer das Duell Alt gegen Jung, später wurde gelost. Man war noch gut im Saft und beteiligte sich die ersten Jahre sehr erfolgreich an zahlreichen Turnieren in Crumstadt, Hardheim und Pflaumheim. Zweimal trat man in Griesheims Partnerstadt Bar-le-Duc an. Einige AH’ler hatten bereits 1975 als Jugendspieler am Turnier in Bar-le-Duc teilgenommen. Die Partnerstadt Gyönk wurde ebenfalls von den Griesheimer Ballwerfern besucht, ein Spiel wurde ausgetragen. Die Zwiebelstädter wurden von den ungarischen Gastgebern sehr herzlich empfangen und zur Weinprobe in die Weinberge eingeladen. In der Brauerei Kemler gab es ein Glas Bier für eine Mark und leckere Salami.

Neben dem Handball gab es weitere zahlreiche sportliche Aktivitäten. In guter Erinnerung sind die Kanufahrten mit zwei großen Booten auf Ager, Sieg und der Fränkischen Saale. Man nahm am Tauziehen-Wettbewerb der Metzgerei Hamm teil und gewann dreimal in Folge. Als Preis gab es ein perfekt zubereitetes Spanferkel. Gokart-Rennen in Hemsbach, klettern im Kletterpark Darmstadt, Skifahren in Balderschwang, Zermatt und Obergurgel sowie zwei Floßfahrten auf der Isar fanden guten Anklang. Später sattelte man auf Radfahren um. Zunächst testweise über den Frankenstein nach Steigerts, daraus entwickelte sich ab 2009 die jährliche dreitägige Radrundfahrt mit Gepäck, die dieses Jahr durch den Vogelsberg führte.

Auch die Geselligkeit kam nie zu kurz, legendär ist der von „Bobby“ Lösch für die Weihnachtsfeier zubereitete Truthahn, der so groß war, dass die Keulen abgetrennt werden mussten, damit er in den Ofen passte. Der Truthan wurde in einer Schubkarre mit Jagdhornklängen zu Werner Müller in die Schöneweibergasse gefahren und verspeist. Wer einen Garten hatte, lud zum Sommerfest ein. Ein Renner waren die Mottoabende bei Dieter Belt, Werner Gerhard und Werner Gernand. Hier wurde zum Beispiel griechisch, spanisch, irisch, amerikanisch oder indisch gekocht. Unvergesslich bleibt die Herstellung von Bratwurst aus zwei großen Schweineschultern mit reichlich Knoblauch, der nur grob zerteilt wurde, was den Teilnehmern zu Hause reichlich Gemecker einbrachte. 

An der Vereins- und Vorstandsarbeit beteiligten sich die Althandballer stets zahlreich. Man half beim Waldfest, an Fastnacht in der Wagenhalle, beim Zwiebelmarkt und zahlreichen weiteren Veranstaltungen. Die AH stellte etliche Jugendtrainer, Manfred Lohnes war viele Jahre Abteilungsleiter. Pressewart, Rechner, Beisitzer, Kassierer und Ordner bei den Heimspielen der 1. Mannschaft, kamen ebenfalls aus den Reihen der Alten Herren. Leider hat das Engagement für die Vereinsarbeit bei den nachfolgenden Generationen deutlich nachgelassen. Nachdem Jan Tachtler vorzeitig zurückgetreten ist, fehlt den TuS-Handballern ein Abteilungsleiter. Trotz intensiver Suche, wurde bisher kein Kandidat für diesen Posten gefunden. Da kann man nur hoffen, dass dies noch gelingt, sonst wird es nichts mit dem 100-jährigen Jubiläum der TuS-Handballabteilung in drei Jahren.